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Presse
Rheinische Post 01.05.2004

Rheinische Post 06.11.1999
Bianca Römer hat mobilen
Friseur-Service/ Schneiden, Waschen, Föhnen im eigenen Bad
Haar-Taxi für die schnelle Welle
von Gabi Peters
Bei Kleinanzeigen "Schneide
Ihnen zu Hause die Haare" klingeln normalerweise bei der
Friseur-Innung all Alarmglocken. Denn laut Obermeister
Günter Johnen verbergen sich hinter solchen Inseraten oft
unseriöse Angebote. Will heißen: Ein Großteil hat keine
Meisterprüfung, keinen Gewerbeschein und ist damit gar nicht
berechtigt, in Privathaushalten Schöpfen mit der Schere zu
Leibe zu rücken. Schwarzarbeit nennt man so etwas. Und weil
das ganz und gar nicht selten vorkommt, raufen sich viele
Friseurmeister die Haare, gehen Innungen auf örtlicher Ebene
mit der Lupe auf der Suche nach "Läusen im Pelz". Bianca
Römer gehört zu denen, die Gladbachern zu Hause die Köpfe
wäscht. Sie darf. Denn die 27-Järige ist nicht nur Meisterin
ihres Fachs, sie ist auch im Besitz eines Gewerbescheins und
zudem noch in der Handwerksrolle eingetragen. Die Idee sich
mit einem mobilen Friseurdienst selbstständig zu machen,
reifte lange unter Ihrem Schopf. Zunächst zögerte sie mit
der Realisierung, denn Freunde und Bekannte fanden immer
wieder ein Haar in der Suppe. "Die Fahrten zu deinen Kunden
bezahlt dir keiner", war nur einer der vielen Unkenrufe.
Bianca Römer hat's dann doch gewagt. Denn, so sagt sie: "Die
Schiene der Dienstleistungen wird immer wichtiger. Und
Flexibilität gehört heute dazu." Seit August fährt die
27-Jährige mit einem Kombi, der "bis an die Ohren
vollgepackt" ist, mit Lockenwicklern, Fön, Farben,
Dauerwellenlösungen und Rundbürsten kreuz und quer durch
Gladbach. "Ich möchte all das bieten, was ich auch in einem
Salon hätte." Nur Wasser und Handtücher müssen vom Kunden
gestellt werden.
Leute mit wenig Zeit
Und wer meldet sich beim
Friseur-Home-Service? "Es sind schon Leute dabei die nicht
lange sitzen können oder unter Nackenschmerzen leiden. Aber
die meisten, die bei mir anrufen sind junge, berufstätige
Menschen, die wenig Zeit haben. Oder junge Familien mit
Kindern. Letzteren wird so dir Chance genommen, den Salon
auseinander zu nehmen", sagt Bianca Römer und lacht. Am
gefragtesten sind die Abend-Termine. " Wenn's nach meinen
Kunden ginge, wäre ich nachts bis 22 Uhr und länger
unterwegs. Da muss man schon aufpassen, dass man sich nicht
zu sehr vereinnahmen lässt." Erst gut drei Monate im
Geschäft, ist der Terminkalender der jungen Friseurmeisterin
(Telefon 0170/ 40 69 106) schon ziemlich voll und die
Resonanz der Kunden sehr gut. "Die meisten finden es toll,
dass es so etwas gibt." Viele würden die entspannte
Atmosphäre zu Hause genießen und gleich einen Termin für in
vier Wochen ausmachen. Denn die Zeiten, in denen Frauen jede
Woche zum Waschen und Legen zum Friseur gingen, sind längst
vorbei. Alte Zöpfe. Das könne sich kaum noch jemand leisten.
Bianca Römer: "Moderne Frauen wollen heute eine
unkomplizierte Frisur. Die haben keine Lust, morgens
stundenlang mit der Rundbürste vor dem Spiegel zu stehen."
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